Ein wesentliches Merkmal einer Montessori-Schule ist die Jahrgangsmischung. Diese altergemischten Lerngruppen werden nicht wie an öffentlichen Regelschulen wegen Kindermangel eingerichtet, sondern aus handfesten, pädagogischen Gesichtspunkten.

Um dieses Konzepts erfolgreich umzusetzen sind jederzeit mehrere Lehrkräfte bzw. Pädagogen in einer Klasse anwesend. So kann mit unseren Schüler in Kleingruppen oder bei Bedarf auch einzeln gearbeitet werden, um eine individuelle Förderung zu ermöglichen.

Durch das Zusammenleben in verschiedenen Altersstufen entsteht ein natürliches soziales Umfeld, in dem die Kinder und Jugendlichen sich in immer wieder wechselnden Rollen erfahren. Orientierung für die Arbeit in jahrgangsgemischten Gruppen ist dabei nicht das Alter der Kinder, sondern deren Interessen und Entwicklungsstand. Die diesbezüglichen Beobachtungen werden eingehend dokumentiert.

Eine jahrgangsgemischte Gruppe besteht an der Privaten Montessori-Volksschule Arzberg aus zwei bis vier Jahrgängen. Es ist uns wichtig, hierbei auf Ausgewogenheit bezüglich Alter und Geschlecht zu achten, um die Bildung von Kleingruppen zu ermöglichen.

Für die Jahrgangsmischung wird an unserer Schule folgendes Modell umgesetzt:

  • Primarstufe mit 1. - 4. Jahrgangsstufe
  • Sekundarstufe mit 5. – 6. Jahrgangsstufe
  • Sekundarstufe mit 8. – 9. Jahrgangsstufe

Bei der Lerngruppenbildung sind Kinder der gleichen Jahrgangsstufen zu etwa gleichen Teilen in den einzelnen Lerngruppen vertreten. Zum Schuljahresende verlassen jeweils die Viertklässler bzw. die SechstSiebtklässler ihre Stammgruppe und wechseln in die nächst höhere Stufe. Die verbleibende Lerngruppe integriert die Neulinge und macht sie mit den Arbeitsstrukturen und dem Lernklima vertraut.

Erfahrungen zeigen, dass jahrgangsgemischte Strukturen das Lern- und Sozialverhalten der Kinder positiv beeinflussen:

  • Konkurrenzkampf mit Leistungsdruck, der von vielen Kindern in homogenen Gruppen erlebt wird, spielt in jahrgangsgemischten Gruppen eine geringere Rolle.
  • Die Reife wird zur sozialen Norm, nicht die Note bzw. der Leistungsstand. Die älteren Schüler und Schülerinnen fühlen eine soziale Verpflichtung und verhalten sich den Jüngeren gegenüber verantwortungsvoll und kooperativ, mehr als in einer altersgleichen Gruppe. So lernen sie Führungsaufgaben im Dienst der Gemeinschaft zu übernehmen. Die Jüngeren in der Gruppe können sich an den Älteren orientieren.
  • Als Quereinsteiger kommen sie in eine bereits bestehende Lerngruppen mit festen Regeln und sozialen Strukturen.

Da zudem die Räume der jahrgangsgemischten Lerngruppen mit allen Lern-materialien der verschiedenen Jahrgangsstufen ausgestattet sind, finden die Schüler und Schülerinnen unabhängig vom jeweiligen Leistungsniveau alles vor, um individuell in ihrem Streben fortschreiten zu können.